Der junge Bündner Mountainbike-Profi Ursin Spescha genoss die Lenzerheide, und liebt Kaffee.

Interview von Urs Heinz Aerni

Urs Heinz Aerni: Sie entdeckten schon als kleiner Junge den Sport auf dem Velosattel. Andere verfallen dem Fußball oder Eishockey, was hat der Bike-Sport, was andere Disziplinen nicht bieten können?

Ursin Spescha: Ich liebe die Aktivität in der Natur. Mit meinem Bike kann ich täglich grosse Distanzen meistern und komme an die schönsten und abgelegensten Orte hin. Dies ist natürlich immer mit grossem Kräfteaufwand verbunden – und somit auch ideal für den Körper. Leidenschaft, Hobby und Beruf zu verbinden ist etwas Wunderbares.

Aerni: Sie fuhren in der U23 Nationalmannschaft, wie muss man sich der Teamgeist vorstellen im Vergleich zum Mannschaftssport? Ähnlich oder doch mehr Konkurrenz untereinander?

Spescha: Mit der Nationalmannschaft sind wir nicht so zusammen. Es sind zwei Trainingslager pro Jahr und die grossen Meisterschaften, welche uns zusammen bringen. Obwohl der Konkurrenzkampf in dieser Kategorie sehr gross ist, pflegen wir eine sehr gute Kameradschaft untereinander. Im Rennen ist und bleibt man Einzelkämpfer. Da fahren wir natürlich alle gegeneinander. Teamgeist entsteht viel mehr in meinem Team – dem Thömus RN Swiss Bike Team. Mit unseren Teams sind wir jeweils das ganze Jahr zusammen. Dies bringt uns natürlich näher zusammen – We are Family.

Aerni: Gibt es für Sie als Bündner eigentlich Vorteile gegenüber sagen wir mal, Solothurner oder Appenzeller? Also in Anspielung auf die Topografie, in der Sie aufwuchsen.

Spescha: Nein, nein – das spielt keine grosse Rolle. Wir Biker trainieren sehr oft auch auf der Strasse. Wälder, Trails und Steine gibt es in der Schweiz ja überall. Ich selber habe die letzten vier Jahre auch in Zürich und Solothurn gelebt. Wichtig ist, dass die Trainings gut aufgebaut sind und Ausdauer, Kraft und technische Passagen ausgeführt und geübt werden. Dies kann man überall.

Aerni: Ist der Weltcup auf der Heide ein Heimspiel?

Spescha: Für uns Bündner ist es natürlich ein Heimspiel. Es ist praktisch vor der Haustüre und wir erwarten auch viele Fans, Freunde und Familienmitglieder am Streckenrand. Da ich seit einiger Zeit auf die tolle Unterstützung der Familie Züllig und des Hotel Schweizerhof zählen darf, kann ich schon fast sagen, dass es bei mir zu Hause ist. Ich geniesse die Zeit hier im Hotel und kann mich so jeweils optimal in der Höhe auf die kommenden Rennen vorbereiten.

Aerni: Irgendwo steht zu lesen, dass Kaffee zu Ihren Hobbys gehöre, was darf man darunter vorstellen?

Spescha: Mich fasziniert auch da die Vielfalt der Natur. Gerne probiere ich neue Kaffeebohnen aus den unterschiedlichsten Ländern. Dazu gehört natürlich die richtige Wassertemperatur, der Mahlgrad, usw. Im Moment begeistert mich sehr die Vielfalt und die Qualität der Rösterei IBEX in Lausanne. Das Konzept und die Philosophie überzeugen da ebenfalls.

Aerni: Vielen Dank, die Schleichwerbung lassen wir mal so stehen und weiterhin viel Erfolg!

 

Ursin Spescha wurde 1998 geboren und lebt in Sevgein in der Surselva. Seit 2019 ist er Profi-Mountainbiker im Thömus RN Swiss Bike Team. Aktuell gehört er der Nationalmannschaft U23 an und wird von Roland Richner trainiert.

www.ursin-spescha.ch